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Harry Potter Fanfiction Teil 1

Oh mein Gott, ich habe schon so lange nichts mehr von mir hören lassen, was mir furchtbar leidtut. Deswegen gibt es jetzt das erste Kapitel einer meiner "professionellsten" Geschichten. Sie spielt im Harry-Potter-Universum und ist etwa 16 Jahre nach der Schlacht von Hogwarts anzusiedeln. Bitteschön!!

 

Die geheimnisvolle Frau

Kaum hatte sich der letzte Rauch des Hogwarts-Express verzogen, wandten sich die Potters und die Weasleys zum Gehen und verließen Bahnsteig 93/4 durch die Backsteinmauer. Hugo Weasley drehte sich um und warf den bis Weihnachten letzten Blick auf den Eingang. Da folgte ihnen eine junge Frau, deren schwarzes, leicht lilastichiges Haar wild im Wind der einfahrenden Züge flatterte. In ihrem Ohr blitzte ein Totenkopfpiercing, sie trug ein trägerloses Kleid, bestehend aus einer violetten Korsage und einem manganblauen, bodenlangen Rock, und über ihren Schultern lag eine schwarze, grob gestrickte Stola. Sie zwinkerte Hugo zu und pfiff schneidend durch zwei Finger. Ein Turmfalke landete auf dem ausgestreckten Arm, der in einem abgewetzten Lederhandschuh steckte. Bei dem Pfiff war Hermine erschrocken zusammengezuckt und hatte sich umgedreht. „Komm Hugo, trödle nicht!“, rief sie energisch und winkte ihn zu sich. Er lief zu ihr und deutete hinter sich. „Mum, hast du die Frau gesehen, die hinter uns vom Bahnsteig gekommen ist? Sie sah ganz komisch aus und hatte einen Turmfalken bei sich.“ Hermine sah ihren Sohn missbilligend an, blickte dennoch über ihre Schulter. Doch sie konnte keine komisch ausschauende Frau mit einem Turmfalken entdecken. „Hugo, ich sehe niemanden, der auf deine Beschreibung passt. Du musst es dir eingebildet haben.“ Trotzig sah er seine Mutter an, sagte aber nichts Widersprüchliches mehr.
Harry Potter und Ron Weasley saßen vorn im Wagen der Potters, während ihnen im Auto der Weasleys die beiden Frauen folgten. Wie jedes Jahr fanden sich die Potters zum Ersten-September-Treffen ein, welches seit der Hochzeit von Ron und Hermine Brauch war. Sie hielten auf der kiesgestreuten Einfahrt und stiegen aus ihren Autos. Die Männer verschwanden mit den Kindern außer Hugo im Haus, die Frauen blieben noch im Garten. „Hermine, deine Rosenbüsche sehen prächtig aus. Meine gehen immer ein, egal, welchen Zauber ich anwende“, lobte Ginny ihre Schwägerin. Auf einem der Rosenstöcke landete plötzlich ein Turmfalke, der gelehrig die rechte Klaue ausstreckte. Daran befestigt war eine winzige Schriftrolle. Hermine zückte ihren Zauberstab, das Schriftstück entrollte sich vor ihnen. Es war mit ausladender, nach rechts gerichteter Schrift in violetter Tinte beschrieben.
Werte Hermine Weasley, geb. Granger, Werter Ronald Weasley
Da er sich derzeit im Ausland befindet und unentbehrliche Aufgaben für das Zaubereiministerium erledigt, wird sich mein Verlobter in absehbarer Zeit nicht an eventuellen Treffen beteiligen können. Dennoch würde ich mich sehr geehrt fühlen, mich bei Ihnen vorstellen zu dürfen.
Hochachtungsvoll
Cynthia Everton
Ginny schaute von dem Schriftstück zu Hermine und wieder zurück. „Wer soll das sein?“ Hermine, ebenso unwissend, zuckte die Schultern, drehte den Zettel um und schrieb mit dem Zauberstab eine Antwort darauf. Sie steckte ihn dem Falken an den Fuß. Dieser erhob sich in die Lüfte und verschwand hinter einer Hausecke. Wenige Augenblicke später rief Hugo plötzlich: „Mum, da ist sie wieder!“ Hermine drehte sich um und folgte dem ausgestreckten Arm ihres Sohnes. Jetzt erblickte sie eben jene schwarzhaarige Frau mit eben jenem Turmfalken. „Sie ist es. Sie habe ich vorhin am Bahnhof gesehen.“ Die junge Frau kam geradewegs die Einfahrt herauf und vollführte einen Knicks. „Ich freue mich, dass ich Ihre Antwort so rasch erhalten habe, Mrs Weasley.“ Bestürzt starrten Ginny und Hermine sie an. Nur Hugo betrachtete den Gast neugierig. „Darf ich mich vorstellen, Cynthia Everton mein Name, Redakteurin beim Täglichen Orakel und Verlobte von Charlie Weasley.“ Ginny bekam einen Hustenanfall und Hermine machte den Eindruck, als hätte sie einen Stock verschluckt. Sie blickte, ohne sich zu bewegen, zu ihrem Sohn und murmelte in einem Mundwinkel: „Hol deinen Vater!“ Hugo nickte und rannte ins Haus. Einen Moment später folgten ihm sein Vater und sein Onkel mit hinaus. Die fremde Frau stand lächelnd vor ihnen in der Auffahrt und knickste erneut. „Hermine, WER ist das?“, wollte Ron von seiner Frau wissen. Ohne die Augen von ihr zu wenden, antwortete sie: „Sie hat sich als Cynthia Everton vorgestellt, die Verlobte von Charlie.“ Rons Gesichtsausdruck verriet, dass er sich das im ersten Moment nicht vorstellen konnte. „Du sprichst von meinem Bruder, oder?“ – „Ich kenne keinen weiteren Charlie Weasley.“ Noch einen Moment lang blickte Ron skeptisch, dann hellte sich sein Gesicht auf und er schritt freudig auf sie zu. Er schüttelte ihr die Hand. „Herzlichen Glückwunsch. Heißt das, dass ihr bald heiraten werdet?“ Sie schüttelte schmunzelnd den Kopf. „Ich glaube nicht. Er hat mir ja nicht direkt einen Antrag gestellt, sondern nur den Ring als Symbol der Verbundenheit geschenkt.“ Harry musterte Cynthia erst aufmerksam und schüttelte ihr dann ebenfalls die Hand. Hermine gab nun ihre Abwehrhaltung auf, seufzte leise und sagte dann: „Da ihr bereits mit dem Duzen begonnen habt, bitte ich dich mit ins Haus und schließe mich natürlich den Glückwünschen an.“ Sie deutete auf die offene Haustür. Cynthia lächelte, schüttelte ihr schwarzes, seidiges Haar und bedankte sich. Ginny reichte ihr im Vorbeigehen ebenfalls die Hand und drückte sie fest, gehörte sie doch ab jetzt zu ihrer Familie. In der Küche warteten die anderen Kinder gespannt auf das, was da kommen möge. Mit großen Augen betrachteten sie ihren Gast. Lily fragte freimütig: „Sind Sie eine Hexe?“ Ginny tadelte ihre Tochter mit einem strengen Blick. Cynthia jedoch zog einen etwa zwanzig Zentimeter langen, lilafarben schimmernden Zauberstab aus dem Gürtel ihres Kleides. An seiner Spitze erschien ein kleines blaues Flämmchen. „Beweis genug?“, fragte sie lächelnd. Lily nickte mit großen Augen. Nicht, weil sie der Zauber beeindruckte, Cynthias ganze Art war exotisch und faszinierend. Als der Zauber erlosch, steckte sie ihn wieder fort und zog sich dabei auch den Lederhandschuh aus. Darunter erschien ein zweiter schwarzer Spitzenhandschuh. Und unter diesem Handschuh zeichnete sich etwas Weißes Ovalförmiges ab. „Was ist das?“, fragte Harry und deutete darauf. Sie zog den Handschuh aus und offenbarte ein dunkelblau umrandetes Auge mit tiefschwarzer Pupille und einer leuchtend roten Iris, in der gelbe und grüne Flecken schwammen. „Was ihr hier seht, ist das Auge. Es dient als Erkennungsmerkmal und Kommunikationsmittel des Grauen Zirkels.“ Ron beugte sich vor, um die Tätowierung genauer zu betrachten, und fragte: „Der Graue Zirkel? Nie davon gehört.“ Cynthia grinste ihn an. „Der Orden des Phönix und Dumbledores Armee sollten doch auch geheim bleiben, oder?“ – „Und was macht der Graue Zirkel?“, wollte Harry wissen. Sie zupfte am anderen Handschuh und dabei kam eine weiß scheinende, hügelige Narbe zum Vorschein, die sich über den gesamten Unterarm verzweigte. „Er erledigt Angelegenheiten, bei denen so etwas zurückbleibt.“ Sie wichen zurück, der Anblick bereitete ihnen Schrecken.

Cynthia Everton verabschiedete sich mit einem Zwinkern und dem Versprechen, das nächste Mal mit Charlie wiederzukommen. Sie ging und der Postbote kam die Einfahrt herauf. „Gud‘n Tag, Mrs Weasley, die Kinder sind jetz‘ wieder in Hogwarts, nich?“, fragte er mit starkem Cockneyakzent. „Allerdings, Mr Luffin. Was haben Sie heute für uns?“ Er kramte in seiner Posttasche. „Eine Postkarte von Bill un‘ Fleur Weasley aus New York un‘ natürlich den Tagespropheten. Sagen Sie, war die junge Frau da grade Mrs Everton?“ Hermine nickte irritiert. „Is heute im Propheten; hübsches Mädchen, aber seltsame Kleidung.“ Er gab ihr die Post und winkte zum Abschied mit der von Altersflecken bedeckten Hand. Sie überflog flüchtig die Karte und steckte sie in die Schürzentasche. Dann warf sie einen Blick auf die Titelseite des Tagespropheten. Tatsächlich blickte sie von der unteren Hälfte aus einem kleinen quadratischen Kasten Cynthia an. Ihr Gesichtsausdruck wirkte leicht gequält, als sie lächelte, so als fühle sie sich nicht besonders wohl. Sie hielt ein Notizbuch und einen Kugelschreiber in der Hand, mit der anderen strich sie den Rock ihres fuchsiafarbenen, langärmligen Kleides glatt. Über dem Foto stand: DAS PORTRAIT DER WOCHE: CYNTHIA EVERTON – Journalistin aus Dänemark. Näheres auf Seite fünf
Sie schloss die Tür hinter sich, schlug den Weg ins Wohnzimmer ein und setzte sich auf die Couch. Harry, Ginny und Ron verfolgten zusammen mit den Kindern die Übertragung eines Quidditchspiels auf dem kürzlich angeschafften Muggelfernseher, der allerdings aus Zauberkanäle empfing. Hermine griff nach der Fernbedienung und schaltete auf lautlos. „Hey!“, protestierte Hugo, doch seine Mutter wedelte mit der Zeitung. „Heute steht ein Artikel über Cynthia im Tagespropheten.“ Harry schaute auf. „Tatsache? Dann lass mal hören“, forderte er sie auf. Hermine lehnte sich zurück, schlug die Beine übereinander und begann zu lesen:
Cynthia Everton, das klingt im ersten Moment sehr britisch. Doch britisch ist die junge Frau nur zur Hälfte. Ihr Vater Richard Everton wanderte vor 35 Jahren nach Dänemark aus. Der Muggel wurde eine feste Größe im dänischen Käsegeschäft. Seine Frau, die Hexe Emilia Everton, geborene Pøulsen, machte sich als erfolgreiche Malerin einen Namen weit über die Grenzen Dänemarks hinaus. Mehr allerdings will Mrs Everton nicht über ihre Familie verraten, nur noch, dass der Lebensstil ihrer Eltern ein wenig von ihrem eigenen abweicht. Allerdings ist diese Aussage sehr untertrieben. Cynthia Everton stellt die wohl schillerndste Erscheinung im europäischen Pressegeschäft dar. Allein ihre Vorliebe für farbenfrohe, extravagante Kleider und dazu passende Handschuhe macht sie bei jedem ihrer Termine zum Blickfang. Im Gegensatz zu anderen Kollegen wird sie von ihren Interviewpartnern als seriös, zurückhaltend und überaus kompetent beschrieben. Daher genießt sie hohes Ansehen nicht nur in der Redaktion ihrer Hauszeitung, dem Daglig Oracle (Täglichen Orakel), sondern auch in anderen Zeitungsredaktionen in Europa, so auch bei uns im Tagespropheten. Einer ihrer spektakulärsten Aufträge war wohl ohne Zweifel die Reportage über Charlie Weasley in den österreichischen Alpen, bei der sie über fünf Tage lang die Arbeit des renommierten Drachenforschers, der auch für das Zaubereiministerium tätig ist, dokumentierte. Diese erschien vor einem Jahr und zwei Monaten im Daglig Oracle und wurde mit dem dänischen Pressepreis ausgezeichnet. Für die Zukunft plant die 29-jährige, ihren Schaffensbereich aus privaten Gründen nach Großbritannien zu verlagern.
Hermine faltete die Zeitung zusammen, so dass Cynthias Bild nach oben zeigte, und reichte sie den anderen. „Also haben sie sich bei dieser Reportage kennen gelernt“, stellte Ron fest. „Nehme ich an“, sagte Hermine und erhob sich, um sich um das Mittagessen zu kümmern. Lily deutete auf das Bild. „Das gefällt mir. Kann ich es haben?“ Harry riss das Bild für sie aus. Ginny hob ihre Tochter vom Schoß und stand auf. „Also, was haltet ihr davon, dass Charlie endlich eine Freundin hat? Sie sind sogar verlobt!“ Ihre Stimme hatte einen seltsam argwöhnischen Unterton angenommen. „Was hast du gegen sie?“, fragte Ron und verschränkte die Arme. „Nichts, aber ich hatte mir meinen Bruder bisher so vorgestellt, dass er bis ans Ende seiner Tage sein Leben in irgendwelchen abgelegenen Holzhütten fristet. Ohne weibliche Gesellschaft. Jetzt ist er mit einer exzentrischen dänischen Journalistin verlobt. Weißt du, was ich mich frage?!“ Sie stemmte die Hände in die Hüften und schaute ihren Bruder forschend an. Er verzog fragend das Gesicht. „Keine Ahnung, sag’s mir!“ Sie schritt auf und ab, während sie antwortete: „Ob es Mum und Dad schon wissen. Sie ist hier nach über einem Jahr aufgetaucht, hat sich als seine Verlobte vorgestellt und wir wussten nichts davon. Aber wenn es unsere Eltern wüssten, hätten sie uns doch sicher gesagt. Sie verschweigen uns doch nicht, wenn wir ein neues Familienmitglied bekommen. Oder etwa DOCH?“ Sie krauste die Nase und starrte Ron an. „Ich nehme an, dass Charlie und Cynthia vorhatten, es Mum und Dad noch zu sagen.“ – „Ron, sie sind seit über einem Jahr zusammen! Da müsste man es doch fertigbringen, seinen Eltern die neue Liebe vorzustellen. Bei dir und mir ging das doch auch schneller.“ Ron verdrehte genervt die Augen. „Vielleicht haben sie das ja noch vor? Du weißt doch gar nicht, wie der Plan der beiden aussieht. Erst wollten sie sichergehen, ob ihre Beziehung diese ungewöhnlichen Lebensstile aushält. Nachdem sie sich sicher waren, haben sie beschlossen, den anderen Bescheid zu sagen. Vielleicht wollen sie die Nachricht für Mum und Dad bis zum Weihnachtsfest aufsparen.“ Ginny schnaubte empört. „Was für ein Weihnachtsgeschenk“, murmelte sie geringschätzig.
 

22.7.14 15:00

Letzte Einträge: Heute gibt's zur Abwechslung mal eine Hausaufgabe. Dafür liebe ich Ethik. ;)

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